Im Laufe der Demenzerkrankung gehen Hunger- und Sättigungsgefühl sowie Geruchs- und Geschmackssinn verloren, wodurch eine ausreichende Nährstoff-, Energie- und Flüssigkeitszufuhr erschwert werden. Durch die gezielte Anregung der Sinne kann die Freude beim Essen gefördert und so die Nahrungsaufnahme erleichtert werden.

Hören: Mahlzeitenbezogene Geräusche, wie Klappern von Geschirr und Besteck oder geräuschvolles Abbeißen von Gebäck oder einem Apfel, helfen bei der Orientierung und regen den Appetit an.

Sehen: Eine schön angerichtete Mahlzeit lädt zum Essen ein. Klare Konturen mit farbigen Kontrasten helfen bei der Erkennung der Speisen. Nicht nur das Essen muss klare Konturen aufweisen, sondern auch der Teller muss sich von den Speisen und der Tischdecke abheben. Farbige Becher, Teller mit buntem Rand oder einfarbige Tischdecken können die Orientierung erleichtern.

Fühlen: „Begreifen“ hilft bei der Identifizierung von Speisen.

Riechen: Gerüche, wie frischer Kaffeeduft am Morgen oder Bratengeruch am Mittag  können ebenfalls als Appetitanreger und Orientierungshilfen genutzt werden. Gerüche sind emotional bei jedem Menschen jedoch unterschiedlich besetzt und was für Einen appetitanregend ist, kann dem Anderen den Appetit verderben. Daher ist es wichtig auf die geruchlichen wie auch auf die geschmacklichen Vorlieben (Essbiografie) des Demenzkranken besonders zu achten.

Schmecken: Die Zahl der Geschmacksknospen und damit auch der Geschmackssinn nehmen im Alter ab. Verstärktes Würzen (jedoch nicht zu viel) regen Appetit und Geschmackssinn an. Häufig werden von Demenzkranken süße Speisen bevorzugt. Die Akzeptanz von Mahlzeiten oder Getränken kann durch Süßen, wie die Zugabe von Zucker, Süßungsmitteln oder Honig, gut verbessert werden.

 

Unter dem Motto: „Weg vom Einheitsbrei – Essen mit allen Sinnen - Moderne Ernährungskonzepte im Alter und bei Krankheit“ hat smoothfood, in Zusammenarbeit mit zwei Spitzenköchen auf der Basis moderner exturgeber der Firma Biozoon, ein Konzept für gepflegte Esskultur im Alter, für Menschen mit Schluckstörungen oder anderen Krankheiten,die ein normales Essen unmöglich machen, entwickelt.

www.smoothfood.de

 

 

 

Atmosphäre beim Essen / Finger Food / Eat by walking

Einbeziehen beim Planen und Zubereiten der Mahlzeiten helfen bei der Orientierung. Demenzkranke lassen sich leicht ablenken, daher ist eine ruhige Atmosphäre beim Essen besonders wichtig. Die sozialen Kontakte spielen für den an Demenz erkrankten Menschen eine große Rolle. Hat er früher meist in Gesellschaft gegessen und sitzt nun allein am Tisch, so kann er das Gefühl haben, dass er mit dem Essen noch auf jemanden warten muss. Außerdem kann in Gesellschaft die Nahrungsaufnahme und die Selbständigkeit verbessert werden. Denn weiß der Betroffene zwar selbst nicht, was er mit der Gabel machen soll, kann er dies bei seinem Tischnachbarn abschauen, ohne auf die Hilfe einer pflegenden Person angewiesen zu sein. Ist der Betroffene gewöhnt allein zu essen, so kann es zu Essverweigerung kommen, wenn mehrere Personen am Tisch sitzen. Gerade wenn die motorischen Fähigkeiten abnehmen und die Tischmanieren verloren gehen, kann es zu Schamgefühlen kommen, die den Betroffenen daran hindern im Beisein Anderer zu essen.  

 

Mögliche Ess- bzw. Kostformen:

„Finger Food“ - Das Anbieten von Finger Food erleichtert für viele Betroffene die Nahrungsaufnahme, während die Selbständigkeit weiter erhalten bleibt. Die Umsetzung erfolgt durch Portionierung der Speisen in ein bis zwei Bissen große Stücke, die leicht zu greifen, zu kauen und zu schlucken sind. Beispielsweise: Butterbrot in Häppchen schneiden, Gemüse und Obst in kleine Stifte schneiden, kleine Würstchen oder Frikadellen

„Eat by Walking“ – … ermöglicht dem Demenzkranken mit erhöhtem Bewegungsdrang den täglichen Energiebedarf zu decken. Hierfür eignet sich besonders Finger Food.